Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Journal-Panorama

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Eine Beziehungsgeschichte". Der Welttierschutztag ist für den Südtiroler Moraltheologen Martin Lintner eine willkommene Gelegenheit, über die oft ambivalente Beziehung zu den Tieren nachzudenken Der 4. Oktober, an dem die katholische Kirche den Gedenktag von Franz von Assisi feiert, wird als Welttierschutztag begangen. Der beliebte Heilige ist bekannt dafür, dass er eine besondere Zuneigung zu allen Geschöpfen hatte. Bis heute regt er Menschen an, über ihre Beziehung zur Natur und zu den Tieren nachzudenken. Tiere sind faszinierende Lebewesen und sie spielen als Haustiere eine wichtige soziale Rolle im Leben von vielen Menschen. Andererseits fristen Millionen von Tieren als Nutz- und Schlachttiere abseits der öffentlichen Wahrnehmung ein oft tristes Dasein und finden ein schmerzvolles Ende. Schließlich gibt es Wildtiere, mit denen wir den Lebensraum teilen, sodass es oft zu Interessenskonflikten kommt. Manche wurden bei uns ausgerottet, zum Beispiel Bär und Wolf, und kehren jetzt zurück, was zu Spannungen und Konflikten führt. Der Welttierschutztag ist für den Südtiroler Moraltheologen Martin Lintner eine willkommene Gelegenheit, sich Gedanken zu machen über die oft ambivalente Beziehung zu den Tieren.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Hans Georg Nicklaus. Der "Liedkomponist" Hugo Wolf mit gar nicht "liedhafter" Kammermusik, märchenhafte Musik von Carl Maria von Weber und eine zweifelhafte Hymne auf "den Mann". "Es handelt sich weder um Musik, in der man schwimmt, noch um Musik, auf der man tanzt, sondern um Musik auf der man geht" - schreibt Jean Cocteau 1918 zur Musik Erik Saties.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Anita und Robert Neudecker betreiben eine landwirtschaft in Oberösterreich und sprechen über den Sanddorn. Teil 3: Aufwändige Ernte Gestaltung: Maria Harmer Er stammt aus Nepal, kommt in Europa häufig in Küstenregionen vor und ist auch bei uns längst heimisch: Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein Ölweidengewächs mit vielen langen Dornen, dessen knallorange Früchte echtes Powerfood sind. "Zitrone des Nordens" wurde er ob seines hohen Vitamin-C-Gehalts genannt. Darüber hinaus ist Sanddorn reich an Vitamin E, den Spurenelemente Eisen, Kalzium, Mangan und Magnesium und enthält Vitamin B12, das sonst nur in tierischen Produkten vorkommt sowie gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Besonders im Winter stärkt dieses Wildobst das Immunsystem und wirkt auf den menschlichen Organismus vitalisierend, konzentrationsstärkend, entzündungshemmend und aufbauend. Zu Recht gilt es als heimisches Superfood. Da die Beeren aber sehr sauer sind, werden sie selten roh verzehrt. Meist werden sie zu Saft oder Marmelade weiterverarbeitet oder getrocknet gegessen. Aber Sanddorn wirkt als Superfood nicht nur "von innen", sondern auch "von außen" und wird wegen seiner heilenden und entzündungshemmenden Wirkung in Cremen und Ölen, aber auch in Kosmetika etwa bei der Schönheitspflege und als Anti-Aging Produkt eingesetzt. Robert und Anita Neudecker haben in Pfarrkirchen bei Bad Hall und in Kremsmünster mittlerweile 3000 Sanddornsträucher gepflanzt und verarbeiten die knallorangen Früchte, die jetzt geerntet werden, bio und regional am eigenen Hof. Das Landwirtehepaar und die Kräuterpädagogin Petra Regner-Haindl erzählen nicht nur von der Schwierigkeit, männliche und weibliche Pflanzen zu unterscheiden, sondern auch von interessanten Symbiosen, der Vielfalt an Inhaltsstoffen sowie der ob der langen Dornen schmerzhaften Ernte und den köstlichen Produkten.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - 9xÖsterreich. Erkundungen im Burgenland

Das jüngste Bundesland wird 100 (3). 100 Jahre Burgenland wird dieser Tage und Wochen begangen: im Oktober 1921 wurde das Gebiet, das bis 1918 Teil der ungarischen Reichshälfte Österreich-Ungarns war, der Republik Österreich zugesprochen. Ein langgezogenes Stück Land, das bis dahin nie zusammengehört hatte. Was macht es aus, das Land der Heanzen, Burgenland-Kroaten, Ungarn, Roma und Sinti? Das Ö1 Radiokolleg heftet sich rund um den 100. Jahrestag auf die Spuren von Österreichs jüngstem Bundesland. In verschiedenen Beiträgen zu Geschichte, Umwelt oder Kultur nähern wir uns dem siebtgrößten Bundesland an. Umkämpft war die Gegend von jeher, geprägt von Armut und Abwanderung, dafür gesegnet mit dem außergewöhnlichen pannonischen Flair, das heute Touristen anzieht. Gerade das komplexe Ökosystem Neusiedlersee war immer wieder in Gefahr, derzeit droht ihm ein gigantisches Freizeitpark-Projekt auf ungarischer Seite. Die Grenze war und ist noch immer prägend, im Projekt Border(hi)stories wird die Geschichte aufgearbeitet und das Verbindende in den Mittelpunkt gestellt. Ebenfalls prägend für die Geschichte des Burgenlandes, dessen Name von den drei altungarischen Komitaten Eisenburg, Mattersburg und Ödenburg kommt, waren verschiedene Grafen: die Magnatenfamilie Esterhazy etwa ist seit Jahrhunderten Teil des Kultur- und Wirtschaftslebens, förderte Joseph Haydn und bewirtschaftet bis heute riesige landwirtschaftliche Flächen. Das Leben für das einfache Volk war schwierig - das Auswanderermuseum in Güssing zeichnet die Wege der Emigrantinnen und Emigranten nach. Von Region zu Region hören wir uns auch wieder in der Rubrik "Akustische Bodenproben" durch: die Dialekte der Heanzn oder Hianzn, wie die ui-Mundart auch genannt wird, ist vielerorts noch lebendig. Wie auch die Sprache der Burgenland-Kroaten und deren Traditionen. Es gibt viel zu entdecken zwischen Kittsee und Kalch, von der pannonischen Tiefebene im Norden über den 884m hohen Geschriebensteins bis zum Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien im Südburgenland - eine Region, die viele Kunstschaffende für sich entdeckt haben. Gestaltung: Ute Maurnböck, Ulrike Schmitzer, Sabine Nikolay, Ilse Huber, Nikolaus Scholz, Stefan Niederwieser, Michael Liensberger, Heinz Janisch, Paul Lohberger, Gerhard Krammer, Christina Höfferer, Lise Abid, Alexandra Augustin, Dine Petrik, Sonja Bettel, Thomas Mießgang

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Nadja Kayali Joseph Eybler: Quintett für Streicher op. 6/1 Joseph Eybler war ein Liebhaber der tiefen Töne. Sein Streichquintett op. 6/1 komponierte er für die ungewöhnliche Besetzung Violine, zwei Violen, Violoncello und Kontrabass. Eybler war die Musik buchstäblich in die Wiege gelegt. Zusammen mit dem Streichquintett steht der lange Lebensweg des aus Schwechat stammenden Komponisten, der neun Jahre jünger als Mozart war und mit 82 Jahren in Wien starb, im Mittelpunkt der Sendung.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Die alte Johanna" von Renate Welsh. Es liest Gerda Lischka. "Die alte Johanna" ist die Fortsetzung von Renate Welshs Jugendbuchklassiker "Johanna" und erzählt davon, wie eine starke, mutige Frau das Altwerden erlebt und ihr hartes Leben in einem kleinen niederösterreichischen Dorf resümiert, in das sie als uneheliche 13-Jährige gekommen war. Die politischen und sozialen Verwerfungen in Österreich in der Zwischenkriegszeit und im Nationalsozialismus, die Vorurteile gegen ihre Familie - das "rotes Gesindel", die notorische Geldknappheit und die Sorge um ihre acht Kinder haben sie geprägt. Renate Welsh, 1937 geboren, vielfach ausgezeichnete Autorin, ist vor allem für ihre Kinder- und Jugendbücher bekannt, unter anderem "Das Vamperl", "Dieda oder Das Fremde Kind", "Johanna". Zuletzt erschien "Kieselsteine", ein Erinnerungsbuch über ihre Kindheit und Jugend in Wien und Bad Aussee während und nach dem Krieg. Gestaltung: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung 1.Tiroler Festspiele in Erl 2.Internationale Barocktage 2021 im Stift Melk 3.Wiener Konzerthaus 1. Tiroler Festspiele in Erl Im Rahmen der Erntedanktage, die am 6. Oktober beginnen, wird bei den Tiroler Festspielen in Erl Edvard Griegs "Peer Gynt" aufgeführt - und zwar am 10. Oktober um 15 Uhr als Familienkonzert: mit unglaublichen Irrfahrten, Feen, Fabelwesen, Königen und Trollen. Das Orchester der Tiroler Festspiele Erl spielt unter der musikalischen Leitung von Beomseok Yi. Unterstützung kommt von der Universität Mozarteum Salzburg, und zusammen bringen sie das Stück so auf die Bühne, dass auch junges Publikum sich daran begeistern kann - unter der Regie von Elisabeth Gutjahr, der Rektorin des Mozarteums. 2. Internationale Barocktage 2021 im Stift Melk Ins Stift Melk, zu den Internationalen Barocktagen, die noch bis 3. Oktober stattfinden. Das Festival der Alten Musik unter der künstlerischen Leitung von Michael Schade begibt sich heuer unter dem Motto "Grand Tour" auf die Spuren der Kavaliersreisen junger Adeliger, Komponisten und Musiker der Barockzeit. Zum Auftakt ist am 30. September das Orchester "Il Giardino Armonico" unter der Leitung von Giovanni Antonini zu hören. Tags darauf geht es mit Alfredo Bernardini und dem Ensemble Zefiro von Sachsen bis nach Venedig. Beim diesjährigen Abschlusskonzert am 3. Oktober sind Werke von Henry Purcell zu hören, interpretiert vom Concentus Musicus Wien, unter der Leitung von Stefan Gottfried und mit Michael Schade als Solist. Außerdem auf dem Programm: Das Spezialformat "Offroad Barock", das musikalische Brücken zur Gegenwart schlägt, und die Barocktage für Kinder mit Konzerten für junges Publikum. 3. Wiener Konzerthaus Konzert.Kunst - das Ö1 Club-Abo im Wiener Konzerthaus - bietet auch für die kommende Saison wieder einen Reigen exklusiver Konzerte an vier bis zwölf Wochenenden. In diesem Zyklus geben die Wiener Symphoniker unter Ádám Fischer am 10. Dezember ein "Weihnachtskonzert" - u.a. mit Antonin Dvoráks 9. Symphonie - und mit dem Solisten Nikolaj Szeps-Znaider das Violinkonzert von Jean Sibelius. Unter Valery Gergiev spielen die Wiener Philharmoniker mit Denis Matsuev am 18. Februar das 2. Klavierkonzert und die 2. Symphonie von Sergej Rachmaninoff. "Jazz Power Soul" präsentiert am 12. März das Clayton-Hamilton Jazz Orchestra mit Sängerin René Marie und Hammondorganistin Akiko Tsuruga. Und am 22. Mai spielen die Philharmoniker aus Oslo unter Klaus Mäkelä die 2. und die 4. Symphonie von Jean Sibelius.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Marie-Theres Himmler. Warum Klassik - Folge 4: "Musikalische Memes" Memes im Internet kennen wir - diese kleinen Bilder, die immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen verwendet werden und uns ein kleines "Aha!" ins Gesicht zaubern. Gibt es das auch in der Musik? Und ob! In der vierten Folge von "Warum Klassik?" heften wir uns auf die Fährte von bekannten musikalischen Memes, die wir mit Sicherheit wieder erkennen werden. Dabei erfahren wir auch, dass ein Tritonus nichts mit dem Meeresgott zu tun hat, wohl aber mit dem Teufel im Bunde ist. Gestaltung: Leonard Eröd

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Sinfonia of London, Dirigent: John Wilson; Miah Persson, Sopran. Johann Strauß: Ouvertüre zu "Die Fledermaus" * Alban Berg: Sieben frühe Lieder für hohe Stimme und Orchester * Erich Wolfgang Korngold: Symphonie Fis-Dur op. 40 (aufgenommen am 4. September in der Royal Albert Hall in London im Rahmen der "BBC Proms 2021"). Präsentation: Peter Kislinger. Sinfonia of London Die Sinfonia of London war in den 1950er- und 1960er-Jahren als Studio- und Filmorchester berühmt. Wer Hitchcocks Film "Vertigo" sieht, hört das Orchester den Bernard Hermann-Soundtrack spielen. 2018 wurde das Orchester von John Wilson neu gegründet - zunächst wieder als Studioorchester. Wilson verpflichtet jeweils Spitzenkräfte aus britischen und internationalen Orchestern. Das Debüt des Orchesters bei den Londoner BBC Proms war zugleich dessen erstes Live-Konzert. Korngolds einzige Symphonie Wilson hat immer schon das Hauptwerk des Abends bewundert: Korngolds Symphonie in Fis-Dur. Die Sicht auf das Werk des als Hollywood-Filmkomponisten Gebrandmarkten änderte sich nachhaltig erst nach 1972 dank einer Schallplatte mit den Münchner Philharmonikern und dem Dirigenten Rudolf Kempe. Seit damals haben sich auf Tonträgern acht Dirigenten des Werkes angenommen: Albert, De Preist, Downes, Pedro Halffter, Previn, Storgårds und Welser-Möst. Von der Modernität einer Retro-Musiksprache Korngold formuliere, so Wilson, in seiner einzigen Symphonie seine Trauer um eine von Nationalsozialismus und Krieg zerstörte Welt in einer "Retro-Musiksprache, die auf die Mahlers Postromantik" zurückgreife. Wilson und sein Orchester entdeckten vieles, schrieb der Kritiker des "Guardian", was bisher nicht aufgefallen sei: beängstigende Brutalität im mechanistischen Tempo des ersten Satzes; ein Adagio, das einen mit tiefer Trauer statt der üblichen Nostalgie konfrontiere; Ironie und Zweideutigkeit im abwechslungsreichen Finalsatz, den manche einfach nur als unbeschwert auffassen.

15.30 Uhr
Moment

Das Gift im Glas. Kriminalität tröpfchenweise Es passiert in Bars, Clubs, auf Maturareisen, Zeltfesten, Weihnachtsfeiern und auch bei Vorstellungsgesprächen. Täter - meist Männer - die ihren Opfern - meist Frauen - heimlich K.O.-Tropfen ins Getränk mischen, um sie zu betäuben und gefügig zu machen. Seit 2013 haben laut Kriminalstatistik Raub, Vergewaltigung und geschlechtliche Nötigung unter Verwendung solcher Betäubungsmittel zugenommen. Da sich Opfer nach dem Erwachen häufig nicht erinnern können und Täter unbekannt bleiben, ist eine strafrechtliche Aufarbeitung des Geschehens meist schwierig. Eine Recherche über die Gefahr von K.O.-Tropfen und die Notwendigkeit rascher Hilfe. Gestaltung: Noel Kriznik Moment-Echo: Jana Wiese Wort der Woche: Marie-Claire Messinger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Ein leeres Buch zur Erinnerung! Von Freundschaften und Stammbüchern Rudi hat sich in letzter Zeit viel mit Freundschaftsbüchern und Poesiealben beschäftigt. Aber ganz versteht er die jungen Zweibeinerinnen und Zweibeiner immer noch nicht. Warum ist es so wichtig, dass alle Freundinnen und Freunde in ein Buch schreiben? Was soll das bringen? Er trifft Kinder aus der Volksschule Herzogsdorf in Oberösterreich. Sie erklären ihm, was es mit diesen Stamm- und Freundschaftsbüchern auf sich hat. Alexander: "Ein Freundebuch ist, wo man seine Freunde hineinschreiben mag und das gibt man seinen Freunden und die schreiben, was ihnen schmeckt und welches ihr Lieblingsstofftier ist!" Rudi: "Aber warum ist das wichtig?" Katharina: "Damit man sich an seine Freunde erinnern kann!" Gestaltung: Kathrin Wimmer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Manzamà. Preisgekröntes, einzigartiges Meisterwerk zweier Brüder aus Sizilien Mehr als zehn Jahre kein Album. Es war auffallend still geworden um die Fratelli Mancuso seit ihrem letzten Album "Requiem" 2009. Aber der Schein trügt. Tatsächlich waren sie emsig, gaben Konzerte, Lectures, arbeiteten viel für das Theater, für den Film; beim Filmfestival in Venedig erhielten sie 2013 für den Film "Via Castellana Bandiera" von Emma Dante den Preis für den besten Soundtrack. Und endlich, genau vor einem Jahr, erschien ein neues Album, für das sich das lange Warten mehr als nur gelohnt hat: "Manzamà" ist nicht nur eine CD, es ist ein Büchlein, mit Aquarellen illustriert von Beppe Stasi, Kunstwerke für sich, mit den sizilianischen Texten und ihrer dringend notwendigen Übersetzung ins Italienische - oder hätten Sie, des Italienischen Kundige oder Kundiger, gewusst, dass "Manzamà" - "Non si sa mai" heißt, also: "Man weiß nie..."? "Manzamà" ist auch Fest der Klangfarben und Klangmischungen. Enzo Mancuso spielt nicht nur Gitarre, sondern auch die Langhalslaute Saz, diverse Flöten wie Sipsi, Flauta de sabugheiro, die erweiterte Kalimba Sansula und Viola Beiroa. Lorenzo spielt sein traditionelles, historisches Harmonium. Als Gastmusiker treten Kapazunder wie Giovanni Solima (Cello) auf, German Diaz (Drehleier-Virtuose), der Pianist Marco Betta, der Bassist Ferruccio Spinetti, Mario Arcari spielt Duduk, Oboe und Launedda, Peppe Frana Oud - unmöglich alle Instrumente und alle Gastmusikerinnen und -musiker und alle Instrumente wie etwa den Psalter aufzuzählen, Streichquartette, Chöre. Und ein Großteil der Arrangements stammt von "Il Maestro", von Franco Battiato, dem im Mai verstorbenen italienischen Kulturdenkmal. Die 14 Lieder auf "Manzamà" erzählen von existentiellen Erfahrungen, vor allem von Emigration, Entwurzelung, mediterranen Odysseen, von Frauen und Männern, die ihrem tragischen Schicksal ausgeliefert sind. Fratelli Mancuso singen davon auf diese heilig-ernste Art, die ihnen immer schon eigen war und die jedem ihrer Konzerte etwas sehr Kostbares verleiht. Ihr Publikum kann nur als "andächtig" beschrieben werden. Und auch beim Hören des Albums stellt sich diese "Andächtigkeit" ein, anders kann ich 's nicht benennen. "Manzamà" wurde im Juli 2021 mit der Targa Tenco ausgezeichnet, für das beste Album des Jahres im Dialekt. Im Mai 2021 erhielt es bereits den Premio Nazionale Città di Loano für traditionelle italienische Musik.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

zum Burgenland-Schwerpunkt in Ö1: Österreichs jüngstes Bundesland mit: Michael Hess, Historiker an der burgenländischen Landesbibliothek Gestaltung: Ute Maurnböck Das heutige Bundesland Burgenland war bis zum Jahr 1918 Teil der ungarischen Reichshälfte Österreich-Ungarn. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie sollte das Gebiet laut Friedensvertrag von St. Germain zu Österreich kommen, Ungarn versuchte das zu verhindern. Die Situation wurde immer angespannter, Italien trat als Vermittler auf, das Burgenland wurde am 13. Oktober 1921 im "Venediger Protokoll" von Ungarn übergeben. Allerdings blieb Ödenburg/Sopron, das ursprünglich als Hauptstadt vorgesehen war, letztlich bei Ungarn: Bei einer Volksabstimmung, für die pro-ungarische Wählerinnen und Wähler aus anderen Teilen Ungarns herangezogen wurden, stimmten 2/3 der Wahlberechtigten für einen Verbleib bei Ungarn. Mit der Jahreswende 1921/22 kam das Burgenland dann ohne das westungarische Sopron als "selbständiges, gleichberechtigtes Bundesland" zur Republik Österreich. Besiedelt war das Gebiet schon lange: Kelten lebten hier, dann wurde es als Teil der Provinz Pannonien dem Römischen Reich angegliedert. Nach dem Ende der römischen Vorherrschaft kamen Goten, dann Hunnen, Langobarden und Awaren, im 8. Jahrhundert wurde es dem Fränkischen Reich einverleibt. Erst danach lebten zum ersten Mal deutsche Siedler hier, das Hin und Her zwischen Slawen, Magyaren und Deutschen sollte noch länger andauern. Prägend für die Geschichte des Burgenlandes waren die mächtigen Grafen: die Güssinger im Süden, die Mattersdorfer-Forchtensteiner im Norden. Die Grenzkämpfe und Verwüstungen durch die Osmanischen-Heere im Hochmittelalter konnten nicht verhindert werden, zum Wiederaufbau wurden nun Kroaten angesiedelt. Ein Name, mit dem das Burgenland bis heute verbunden ist: Das Geschlecht der Esterházy, die kulturell und wirtschaftlich - wie auch die Batthyány einflussreich waren und zum Teil noch sind. Die schwierige ökonomische Situation für die Kleinbauern führte im 19. Jahrhundert zu einer Auswanderungswelle von Burgenländerinnen und Burgenländern, die vor allem in die USA emigrierten: Chicago wurde immer wieder als die "größte Stadt des Burgenlandes" bezeichnet. Das Land, das nie eine geschichtliche Einheit gebildet hatte, wurde unter der nationalsozialistischen Herrschaft auf die Gaue "Niederdonau" (dazu zählten das Nord- und Mittelburgenland) und die Steiermark (Südburgenland) aufgeteilt. Roma und Sinti, Jüdinnen und Juden wurden ermordet, das Massaker von Rechnitz, bei dem kurz vor Kriegsende ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter getötet wurden, ist auch noch aktuell Gegenstand der Forschung.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

Von globalen Herausforderungen und Abhängigkeiten. Gestaltung: Lise Abid Die Corona-Pandemie, die drohende Klimakatastrophe, die internationalen Handelsströme und ihre Anfälligkeit für Blockaden, Digitalisierung und Umweltverschmutzung zeigen eines: Menschen leben heute nicht mehr nur in einem Staat. Sie leben auf der Erde, und da ist mittlerweile alles vernetzt. Bei der diesjährigen Sommerakademie des Zentrums für Frieden und Konfliktlösung auf der Burg Schlaining im Burgenland hat man sich mit dieser "irdischen Schicksalsgemeinschaft" auseinandergesetzt. Eine der Erkenntnisse: Bisher hat die Menschheit es geschafft, globale Probleme - eine Polykrise - hervorzubringen, aber keine "planetare Solidarität".

18.30 Uhr
Klartext

mit Klaus Webhofer

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Gerhard Hafner. Tänze, Madrigale und Estampien von u.a. Johannes Ciconia, Giovanni da Firenze, Magister Piero. Lesung aus den Novellen von Giovanni Boccaccios "Il Decamerone". The Unicorn Ensemble, Leitung: Michael Posch, Blockflöten; Karl Markovics, Lesung. (Aufgenommen am 8. Juli 2021 in der Helmut List Halle in Graz im Rahmen der "styriarte"). In Giovanni Boccaccios Novellensammlung "Il Decamerone", entstanden zwischen 1349 und 1353 geht es äußerst sinnlich zu. An zehn aufeinanderfolgenden Tagen erzählen junge Frauen und Männer einander jeweils zehn neue Geschichten über Lust und Liebe. Weil sie gerade der Pest in Florenz entflohen sind, feiern sie das Leben in erotischen Erzählungen. Partnertausch und Liebesbetrug werden in jeder erdenklichen Variante durchgespielt. Der toskanische Dichter Giovanni Boccaccio begründete damit kurz nach der ersten großen Pest von 1348 die Kunst der Novelle, der kurzen, zugespitzten Erzählung voller Wort- und Situationswitz. Bei der heurigen "styriarte" gab der österreichische Schauspieler Karl Markovics einige Kostproben aus "Il Decamerone" zum Besten. Musik, wie sie im Florenz des Jahres 1348 erklungen sein mag, interpretierte das von Michael Posch angeführte Ensemble.

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

"Als ob -die Kraft der Fiktion" Eindrücke vom Philosophicum Lech 2021 Gestaltung: Martin Haidinger Verschwörungstheorien, Medienblasen, virtuelle Welten, digitale Fälschungen, Lügengebäude aller Art: Unsere Welt scheint durchdrungen vom Verdacht, dass ein Netz von Fiktionen, Illusionen und Täuschungsmanövern unser Denken und Handeln zunehmend bestimmt, und dass die Wirklichkeit immer schwerer zu fassen ist. Woher aber rührt diese Faszination der Fiktionen? Und ließe sich ein Leben ohne sie überhaupt denken? Benötigen Menschen nicht immer wieder Illusionen, Täuschungen und Selbsttäuschungen, Phantasievorstellungen und Utopien, um all das bewältigen zu können, mit dem wir konfrontiert sind? Der Glaube, so heißt es schon in der Bibel, kann Berge versetzen, die Künste und die Literatur sind ohne die Kraft der Fiktionen nicht denkbar. Jedes Gemälde zeigt eine Welt, die nicht existiert, jede Erzählung erzählt eine Geschichte, die erfunden sein könnte. Aber selbst in den exakten Wissenschaften spielen Fiktionen, bildgebende Verfahren, kühne Annahmen und wilde Spekulationen eine bedeutende Rolle. Nicht nur im Alltagsleben, auch in der Politik und der Wissenschaft tun wir sehr oft so "als ob". Wir denken und verhalten uns so, "als ob" es Wahrheiten und Werte, den Sinn des Lebens und die große Liebe, eine schöne Welt und eine strahlende Zukunft tatsächlich gäbe. Wir stehen deshalb mitunter sehr ungehalten allen Versuchen gegenüber, diese Illusionen zu entlarven, wie etwa die Rezeptionsgeschichte von Friedrich Nietzsche oder Sigmund Freud zeigt; aber auch Hans Vaihingers große "Philosophie des Als Ob", 1911 erschienen, ist nicht zuletzt aus diesem Grund verdrängt und vergessen worden. Eindrücke vom 24. Philosophicum in Lech am Arlberg

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

9xÖsterreich. Erkundungen im Burgenland. Das jüngste Bundesland wird 100 (3). Gestaltung: Ute Maurnböck, Ulrike Schmitzer, Sabine Nikolay, Ilse Huber, Nikolaus Scholz, Stefan Niederwieser, Michael Liensberger, Heinz Janisch, Paul Lohberger, Gerhard Krammer, Christina Höfferer, Lise Abid, Alexandra Augustin, Dine Petrik, Sonja Bettel, Thomas Mießgang

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u. a. einer Vorschau auf das Donaufestival in Krems, das wegen der Corona-Pandemie ebenfalls mehrfach verschoben werden musste und nun an den kommenden beiden Wochenenden stattfindet. Gestaltung: Susanna Niedermayr

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten